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Ungarisch/Ungarisch-Grammatik/Reflexiv

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Reflexive und Mediale Verben - visszaható igék / mediális igék
Reflexive Verben und Mediale Verben, im Ungarischen auch visszaható igék oder mediális igék genannt, sind eine besondere Gruppe von Verben.
Diese Verben beschreiben Handlungen oder Zustände, die in besonderer Weise mit dem Subjekt des Satzes zusammenhängen.
Beispiel: Er wäscht sich. - Ő mosakodik. (Hier bezieht sich die Handlung des Waschens auf das Subjekt „er“ bzw. „ő“ selbst.)
Dieses Kapitel konzentriert sich auf die „reflexiven Verben“.
Die mit den „reflexiven Verben“ verwandten „medialen Verben“ werden hier nur kurz angerissen und erst im nächsten Kapitel „Mediale Verben“ ausführlich behandelt.
Es ist empfehlenswert folgende 3 Kapitel im Zusammenhang nacheinander in folgender Reihenfolge zu lesen, da sie aufeinander aufbauen und sich ergänzen:
1. Passiv
2. Reflexiv (das ist das vorliegende Kapitel)
3. Medial

Mediale Verben

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Mediale Verben sind nicht einfach eine Art von Passiv (siehe Kapitel Passivkonstruktionen), sondern bilden eine eigene Gruppe von Verben im Ungarischen."
Der Begriff „medial“ ist in der Linguistik komplex. Er beschreibt Verben, die zwischen aktiv und passiv liegen. Sie sind nicht aktiv, weil das Subjekt nicht immer ein aktiver Agens ist, und nicht passiv im klassischen Sinne, weil es keine externe Handlung gibt, die auf das Subjekt einwirkt (oftmals).
Beispielsatz 1:
Az ajtó kinyílik. - Die Tür öffnet sich.
Mediales Verb (kein aktiver Agens, keine klare externe Handlung im grammatikalischen Sinne)
Verb: kinyílik (sich öffnen) - ein Verb mit dem Suffix „-ik“ (verkürzte Form von „-ódik“/„-ődik“), das hier eine mediale Bedeutung hat.
Subjekt: az ajtó (die Tür)
Aktiver Agens? - Nein. Die Tür ist nicht der aktive Verursacher der Handlung des Öffnens. Sie öffnet sich von selbst oder aufgrund von natürlichen Kräften (z.B. Wind, Schwerkraft, Mechanismus). Die Tür erfährt das Öffnen, sie tut es nicht aktiv.
Externe Handlung (im grammatikalischen Sinne)? Nicht direkt. Es gibt keinen expliziten Akteur, der die Tür aktiv öffnet. Es kann zwar äußere Ursachen geben (Wind, Mechanismus), aber diese sind nicht grammatikalisch als Agens im Satz repräsentiert. Der Fokus liegt auf dem Prozess des Öffnens, der mit der Tür geschieht.
Zusammenfassend: „kinyílik“ ist medial, weil es einen Prozess beschreibt, der mit dem Subjekt (Tür) geschieht, ohne dass ein aktiver Agens oder eine klare externe Handlung im grammatikalischen Fokus steht. Die Tür ist eher der Empfänger oder der Ort des Geschehens, nicht der Initiator.
Beispielsatz 2:
Péter kinyitja az ajtót.
Peter öffnet die Tür.
Aktiver Agens und externe Handlung (als Kontrast)
Verb: kinyitja (öffnet) - aktives Verb in der 3. Person Singular bestimmter Konjugation (weil es ein bestimmtes Objekt hat: „az ajtót“).
Subjekt: Péter (Peter)
Aktiver Agens? - Ja. Péter ist der aktive Verursacher der Handlung des Öffnens. Er tut aktiv etwas, um die Tür zu öffnen. Er ist der Initiator der Handlung.
Externe Handlung? Ja. Die Handlung des Öffnens ist eine externe Handlung, die Péter auf das Objekt „az ajtót“ (die Tür) ausübt. Es gibt eine klare Richtung der Handlung: von Peter zur Tür.
Zusammenfassend: „Kinyitja“ ist ein aktives Verb, weil es einen aktiven Agens (Péter) gibt, der eine Handlung (Öffnen) auf ein Objekt (Tür) ausübt. Hier ist eine klare Akteur-Handlung-Objekt-Struktur.
Der Unterschied liegt im Fokus der Handlung und der Rolle des Subjekts.
„medial“ kann den Fokus auf den Prozess oder Zustand des Subjekts legen, anstatt auf eine klare aktive oder passive Handlung.
Es ist wichtig zu verstehen, dass es bei reflexiven und medialen Verben nicht um die leidende Form (Passiv) geht (siehe Kapitel Passivkonstruktionen).
Beispiel für Passiv: Das Fenster wird geöffnet. - Az ablak kinyittatik. (Dies ist Passiv – das Fenster (Subjekt) erleidet die Handlung des Öffnens und führt sie nicht selbst aus.)
Im Gegensatz zum Passiv ist das Subjekt bei reflexiven und medialen Verben aktiv – es führt die Handlung aus oder ist der Träger des Zustands.
Beispiel für mediales Verb: Das Fenster öffnet sich.- Az ablak kinyílik. (Hier ist das Fenster (Subjekt) aktiv, es tut das Öffnen (auch wenn es „von selbst“ geschieht), es erleidet die Handlung nicht. Es ist ein medialer Zustand.)
Das Wort „medial“ (in „mediale Verben“) kommt von „Medium“ oder „Mitte“. Bei medialen Verben steht das Subjekt im „Mittelpunkt“ des Geschehens oder Zustands.
Beispiel: Das Wetter verändert sich. - Az idő változik. („das Wetter“ das Subjekt und gleichzeitig das „Medium“, also der „Mittelpunkt“, in dem die Veränderung stattfindet.)
Oftmals denken Deutschsprachige bei „reflexiven Verben“ zuerst an die Verwendung von „sich“" + Verb.
Beispiel:sich waschen; sich freuen
Während es im Ungarischen tatsächlich reflexive Verben gibt, die dem deutschen „sich“ ähneln, ist das Konzept der „visszaható igék / mediális igék“ im Ungarischen viel breiter und vielfältiger.

Bildung reflexiver und medialer Verben

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Viele reflexive und mediale Verben werden im Ungarischen durch das Anfügen bestimmter Endungen (Suffixe) an den Verbstamm gebildet.
Wichtigste Suffixe
Die häufigsten Suffixe für reflexive und mediale Verben sind:
1.) „-kodik“, „-kedik“, „-ködik“
2.) „-ódik“, „-ődik“
Beide Suffixgruppen werden oft unter dem Oberbegriff „reflexiv“ oder „medial“ zusammengefasst, aber sie haben unterschiedliche Schwerpunkte und Bedeutungsnuancen.
Diese Suffixe werden an den Verbstamm angehängt. Die genaue Form des Suffixes hängt von der Vokalharmonie des Verbstamms ab.
Beispiele:
mos (waschen) → mosakodik (sich waschen)
Anya minden nap ruhát mos. - Mama wäscht jeden Tag Wäsche.
A kisgyerek reggeli előtt mosakodik a lavórban. - Das kleine Kind wäscht sich vor dem Frühstück in der Waschschüssel.
fésül (kämmen) → fésülködik (sich kämmen)
A fodrász szépen fésüli a vendég haját. - Der Friseur kämmt das Haar des Gastes schön.
Reggelente sokáig fésülködik a nővérem. - Morgens kämmt sich meine Schwester lange.
öltöz (anziehen) → öltözködik (sich anziehen)
Az anya felöltözteti a gyereket. - Die Mutter zieht das Kind an.
Iskola után egyedül öltözködik a kisfiú. - Nach der Schule zieht sich der kleine Junge allein an.
tanul (lernen) → tanulkodik (studieren - intensives Lernen, sich dem Lernen widmen)
Gyorsan megtanulom ezt a verset. - Ich lerne dieses Gedicht schnell.
Esténként sokat tanulkodik a diáklány. - Abends widmet sich das Schulmädchen ausgiebig dem Lernen.
érdekel (interessieren) → érdeklődik (sich interessieren für)
Hier wird es etwas komplexer. „Érdeklődik“ ist zwar reflexiv im Sinne von „sich interessieren“, aber es hat auch einen medialen Aspekt. Mediale Verben liegen oft zwischen aktiv und passiv und beschreiben Zustände oder Prozesse, die das Subjekt betreffen, ohne dass es unbedingt ein aktiver Agens sein muss. „Érdeklődik“ beschreibt einen Zustand des Interesses, der vom Subjekt „erfahren“ wird.
A téma engem nem érdekel. - Das Thema interessiert mich nicht.
A fiú nagyon érdeklődik a számítógépek iránt. - Der Junge interessiert sich sehr für Computer.
változ (verändern) → változik (sich verändern, sich wandeln) (Hier sieht man, dass manchmal auch eine verkürzte Form -ik auftritt, aber das Prinzip ist ähnlich)
„Változik“ ist ein sehr Beispiel für die „-ódik“/„-ődik“ Gruppe, auch wenn es hier in der verkürzten Form „-ik“ auftritt. Es ist nicht reflexiv im Sinne von „sich selbst verändern“, sondern intransitiv und medial. Es beschreibt eine Veränderung, die mit dem Subjekt geschieht oder ein Prozess, in dem sich das Subjekt befindet. Es ist passivisch in seiner Bedeutung, auch wenn es keine direkte passive Konstruktion ist.
Der folgende Beispielsatz Satz mit „változik“ zeigt die intransitive/mediale Bedeutung, die eher dem „-ódik/-„ődik“ Typ entspricht.
A festő változtatja a színeket. - Der Maler verändert die Farben.
Az ég színe fokozatosan változik naplementekor. - Die Farbe des Himmels verändert sich allmählich beim Sonnenuntergang.
fest (malen, streichen, aktiv) → festődik (bemalt/gestrichen werden, sich färben, passiv/intransitiv)
Festem a falat. - Ich streiche die Wand.
A fal festődik. - Die Wand wird gestrichen.
Fest egy képet. - Er malt ein Bild.
A haj őszre festődik. - Das Haar färbt sich grau. – (Hier eher "sich färben")
Fesd kékre! - Streiche es blau!
1.) „-kodik“, „-kedik“, „-ködik“
2.) „-ódik“, „-ődik“
Nun zur Differenzierung der Bedeutungsnuancen der Suffixgruppen (1 und 2):
1.) „-kodik“, „-kedik“, „-ködik“: Betonen Sie den reflexiven, repetitiven, habituellen oder durativen Aspekt. Sie werden oft verwendet werden, um Handlungen zu beschreiben, die das Subjekt an sich selbst ausführt oder Zustände oder Prozesse beschreiben, die vom Subjekt ausgehen oder das Subjekt charakterisieren (z.B. "gondolkodik" - der Prozess des Denkens, der vom Subjekt ausgeht).
2.) „-ódik“/„-ődik“ (und „-ik“ in Fällen wie „változik“): Betonen Sie den intransitiven, passivischen oder medialen Aspekt. Sie werden oft verwendet werden, um Prozesse oder Veränderungen des Zustands zu beschreiben, die mit dem Subjekt geschehen oder in denen sich das Subjekt befindet. Sie beschreiben oft, dass etwas „geschieht“ oder „gemacht wird“ (im passiven Sinne) mit dem Subjekt. Sie sind weniger reflexiv im direkten Sinne von „sich selbst tun“ und mehr prozessorientiert oder zustandsverändernd.

Weitere Bildungen

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Neben den häufigen Suffixen gibt es auch andere Möglichkeiten, reflexive und mediale Verben zu bilden oder Verben medial zu verwenden. Diese sind jedoch weniger systematisch und oft verb-spezifisch.
Manche Verben zeigen eine reflexive oder mediale Bedeutung, ohne dass sie diese typischen Suffixe haben. Stattdessen:
1. Verben mit dem Suffix „-ik“ (z. B. „változik“)
2. Verben mit Präfix + Stammänderung oder Präfix-Verb-Verbindungen
3. Verben, bei denen der reflexive Sinn im Verb selbst enthalten ist
4. Passivähnliche Konstruktionen, die medial wirken, aber grammatisch nicht reflexiv sind

-ik-Verben mit reflexiver/medialer Bedeutung

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Beispiel:
változik – sich verändern, sich wandeln
keine zusätzliche Endung, aber reflexive/mediale Bedeutung
Az idő gyorsan változik. - Das Wetter verändert sich schnell.

Verben mit Präfix + reflexivem Sinn

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Beispiel:
elbújik – sich verstecken
(„bújik“ = sich ducken, kriechen → mit „el-“ = verstecken)
A cica elbújik az ágy alatt. - Die Katze versteckt sich unter dem Bett.
Ohne das Suffix „-kodik“, sondern die reflexive Bedeutung kommt durch Verbstruktur.

Verben mit reflexivem Sinn durch Gebrauch

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Beispiel:
viselkedik – sich benehmen
(wortwörtlich: „sich tragen/aufführen“, aber idiomatisch gebraucht)
A gyerek szépen viselkedik. - Das Kind benimmt sich gut.
Das formal ein ähnliches Muster wie „-kedik“, aber es ist nicht direkt vom Stamm ableitbar.

Verben mit Präposition + reflexivem Sinn

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Beispiel:
összeveszik – sich streiten
(von „vesz“ = nehmen, aber als Verb mit „össze-“ → „sich verkrachen“)
Gyakran összeveszik a testvérével. - Er streitet sich oft mit seinem Bruder.
Das ist kein erkennbares reflexives Suffix, aber ein klar reflexiver Gebrauch.

Ursprünglich transitive Verben, die medial gebraucht werden

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Beispiel:
nyílik – sich öffnen
(von „nyit“ = öffnen → aber „nyílik“ = sich von selbst öffnen)
Az ajtó magától nyílik. - Die Tür öffnet sich von selbst.
medial: Das Objekt wird nicht aktiv geöffnet, sondern es öffnet sich.
Zusammenfassung
Weitere reflexiv-mediale Formen im Ungarischen entstehen durch:
Strukturart Beispielverb Bedeutung
„-ik“-Verb mit Reflexivbedeutung változik sich verändern
Verb mit trennbarem Präfix elbújik sich verstecken
Idiomatisch reflexives Verb viselkedik sich benehmen
Kompositum mit Präfix összeveszik sich streiten
Medialer Gebrauch von Verbform nyílik sich öffnen (von selbst)

Kategorien und Bedeutungen

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Reflexive und mediale Verben im Ungarischen haben vielfältige Bedeutungen, die über die einfache reflexive Bedeutung im Deutschen hinausgehen.
Man kann sie grob in folgende Kategorien einteilen:

Echte reflexive Bedeutung

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Hier ähneln die ungarischen Verben den deutschen reflexiven Verben mit "sich". Das Subjekt führt eine Handlung an sich selbst aus.
Beispiele:
Mosakodik. – Er/Sie/Es wäscht sich.
Fésülködöm. – Ich kämme mich.
Megborotválkozik. – Er/Sie/Es rasiert sich. (meg- ist ein Verbalpräfix, das die Bedeutung verändern oder verstärken kann)
Öltözködik. - Er/Sie/Es zieht sich an.
Oft werden diese reflexiven Verben verwendet, wenn es selbstverständlich ist, dass man die Handlung an sich selbst ausführt (z.B. beim Waschen, Kämmen, Anziehen). Sie betonen die Gewohnheit oder den Vorgang.
Reziproke Bedeutung
Einige reflexive und mediale Verben drücken eine gegenseitige Handlung zwischen zwei oder mehreren Subjekten aus (oft im Plural). Sie entsprechen dem deutschen „einander“.
Beispiele:
Találkoznak. – Sie treffen sich. / Sie begegnen einander.
Ölelkeznek. – Sie umarmen sich.
Veszekednek. – Sie streiten sich.
Szeretkeznek. - Sie lieben sich (sexuell).
Die reziproke Bedeutung ergibt sich meist aus dem Kontext und dem Plural des Subjekts.

Mediale Bedeutung (im weiteren Sinne)

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Dies ist der wichtigste und oft anspruchsvollste Aspekt der ungarischen „visszaható igék / mediális igék“.
Hier geht es um Verben, die Zustände, Prozesse, Veränderungen oder Geschehen beschreiben, die mit dem Subjekt passieren oder in ihm vorgehen.
Oft gibt es keine direkte Entsprechung mit „sich“ im Deutschen.
Beispiele:
Történik valami. – Etwas geschieht. / Etwas passiert. (Kein aktiver „Täter“, es passiert einfach)
Ébred. – Er/Sie/Es wacht auf. (Es ist ein Prozess, der mit dem Subjekt geschieht)
Fáj a fejem. – Mein Kopf tut weh. / Ich habe Kopfschmerzen. (Der Schmerz „passiert“ dem Kopf)
Az idő változik. / Az idő javul. – Das Wetter verändert sich. / Das Wetter bessert sich. (Zustandsänderung des Wetters)
Megöregszik. – Er/Sie/Es wird alt / altert. (Prozess des Alterns)
Kinyílik az ajtó. – Die Tür öffnet sich. (Die Tür ist das Subjekt, sie öffnet sich „von selbst“ oder ohne direkten Täter)
Születik. - Er/Sie/Es wird geboren.
Bei diesen medialen Verben liegt der Fokus nicht auf einer aktiven Handlung im Sinne von „jemand tut etwas“, sondern mehr auf dem Zustand, der Veränderung oder dem Geschehen selbst, in dem das Subjekt involviert ist.

Konjugation

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Reflexive und mediale Verben werden grundsätzlich nach den normalen ungarischen Konjugationsregeln konjugiert.
„-ik“-Konjugation
Ein wichtiges Merkmal vieler reflexiver und medialer Verben ist, dass sie im Präsens Indefinit oft zur sogenannten „-ik“-Konjugation gehören, insbesondere in der 3. Person Singular.
Beispiele:
mosakodik (sich waschen): mosakodom, mosakodsz, mosakodik, mosakodunk, mosakodtok, mosakodnak
történik (geschehen): történik, történik, történik, történünk, történtek, történnek (Hier ist die Form in allen Personen gleich, typisch für -ik Verben, besonders in der 3. Person Singular Grundform)
változik (sich verändern): változom, változol, változik, változunk, változtok, változnak
Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass nicht alle reflexive und mediale Verben die „-ik“-Endung in der 3. Person Singular haben.
Es gibt auch Verben, die sich regelmäßig konjugieren.
Beispiel für regelmäßige Konjugation eines reflexiven Verbs:
fésülködik (sich kämmen): fésülködöm, fésülködsz, fésülködik, fésülködünk, fésülködtök, fésülködnek (Hier ist die Konjugation regelmäßiger, ähnlich wie bei nicht-reflexiven Verben, nur durch das Suffix erweitert)
Die Suffixe -kodik/-kedik/-ködik/-ódik/-ődik selbst verändern nicht die grundlegenden Konjugationsregeln. Sie können aber dazu führen, dass das Verb im Präsens Indefinit in der 3. Person Singular und manchmal auch in anderen Formen die „-ik“-Konjugation annimmt.

Häufige reflexive und mediale Verben

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Hier ist eine Liste einiger häufiger und nützlicher reflexiver und medialer Verben, unterteilt nach den Kategorien, die wir besprochen haben:

Echte reflexive Verben („sich“)

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mosakodik (sich waschen) - Minden reggel mosakodom. (Ich wasche mich jeden Morgen.)
fésülködik (sich kämmen) - Fésülködj meg, bitte! (Kämm dich bitte!)
öltözködik (sich anziehen) - Gyorsan öltözködik. (Er/Sie zieht sich schnell an.)
borotválkozik (sich rasieren) - Minden nap borotválkozik. (Er rasiert sich jeden Tag.)
fürdik (baden) - Szeretek fürödni a kádban. (Ich bade gerne in der Badewanne.)

Reziproke Verben („einander“)

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találkozik (sich treffen, begegnen) - Holnap találkozunk a barátaimmal. (Morgen treffe ich mich mit meinen Freunden.)
veszekszik (sich streiten) - Ne veszekedjetek már megint! (Streitet euch nicht schon wieder!)
ölelkezik (sich umarmen) - Búcsúzóul ölelkeztek. (Zum Abschied umarmten sie sich.)
szeretkezik (sich lieben (sexuell)) - A házaspár szeretkezik. (Das Ehepaar liebt sich.)
vitatkozik (streiten, diskutieren) - Gyakran vitatkoznak a politikáról. (Sie streiten oft über Politik.)

Mediale Verben (Zustand, Prozess, Geschehen)

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történik (geschehen, passieren) - Mi történik itt? (Was geschieht hier?)
változik (sich verändern) - Az időjárás gyorsan változik. (Das Wetter ändert sich schnell.)
ébred (aufwachen) - Mikor ébredsz fel reggel? (Wann wachst du morgens auf?)
fáj (weh tun) - Fáj a fejem. (Mein Kopf tut weh.)
születik (geboren werden) - Hol és mikor született? (Wo und wann wurde er/sie geboren?)
meghal (sterben) - Sok ember meghal betegségekben. (Viele Menschen sterben an Krankheiten.)
öregszik (altern) - Mindenki öregszik egyszer. (Jeder wird irgendwann alt.)
kinyílik (sich öffnen) - Kinyílik az ajtó. (Die Tür öffnet sich.)
záródik (sich schließen) - Záródik az ablak. (Das Fenster schließt sich.)

Beispielsätze

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Reggelente mindig megmosakodom és megfésülködöm. - Morgens wasche und kämme ich mich immer.
A gyerekek veszekednek egymással a játékokon. - Die Kinder streiten sich um das Spielzeug.
Mi történik veled? Nagyon sápadt vagy! - Was ist mit dir los? Du bist sehr blass!
Az idő lassan változik, de remélhetőleg jobb lesz. - Das Wetter ändert sich langsam, aber hoffentlich wird es besser.
Minden tavasszal kinyílnak a virágok. - Jeden Frühling öffnen sich die Blumen.
Nem szabad félni az öregedéstől. - Man soll keine Angst vor dem Altern haben.
Sajnálom, de ma nem tudok veled találkozni. - Es tut mir leid, aber heute kann ich mich nicht mit dir treffen.
Remélem, hogy gyorsan meggyógyulsz! - Ich hoffe, dass du schnell gesund wirst! (meggyógyul - gesund werden, medial)

Zusammenfassung

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Reflexive und mediale Verben (visszaható igék / mediális igék) sind ein wichtiger Bestandteil der ungarischen Grammatik.
Sie umfassen mehr als nur die einfache reflexive Bedeutung wie im Deutschen „sich“.
Wichtige Punkte:
Sie werden oft mit den Suffixen -kodik / -kedik / -ködik / -ódik / -ődik und -ik gebildet.
Es gibt verschiedene Kategorien: echt reflexiv, reziprok und medial im weiteren Sinne.
Mediale Verben beschreiben oft Zustände, Prozesse und Geschehen, die mit dem Subjekt verbunden sind.
Die Konjugation ist meist regelmäßig, aber viele gehören zur „-ik“-Konjugation im Präsens Indefinit.

Ausblick auf Modale Verben

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In diesem Kapitel haben wir die reflexiven und medialen Verben kennengelernt, die eine besondere Gruppe von Verben im Ungarischen darstellen. Oftmals gehen mediale Verben mit bestimmten Bedeutungsnuancen einher, die in anderen Sprachen durch Modalverben ausgedrückt werden könnten.
Modale Verben sind Hilfsverben, die die Art und Weise ausdrücken, wie eine Handlung oder ein Zustand gemeint ist – zum Beispiel ob etwas möglich, notwendig, erlaubt oder wahrscheinlich ist. Während das Ungarische keine Modalverben im gleichen Umfang wie das Deutsche oder Englische besitzt, gibt es ungarische Konstruktionen und Ausdrücke, die ähnliche modale Bedeutungen vermitteln können.
Einige Beispiele, die im Zusammenhang mit medialen Verben relevant sind:
lehet (können, möglich sein): Az ajtó kinyílhat - Die Tür kann sich öffnen. (Hier drückt die modale Endung „-hat/-het“ die Möglichkeit aus, die mit dem medialen Verb „kinyílik“ verbunden ist.)
kell (müssen, sollen): Meg kell mosakodni. - Man muss sich waschen. (Die Notwendigkeit des Waschens wird hier modal ausgedrückt.)
tilos (verboten sein), szabad (erlaubt sein): Itt nem szabad dohányozni. - Hier darf man nicht rauchen. (Ein modaler Ausdruck des Verbots, der oft in unpersönlichen Konstruktionen verwendet wird.)
Das nächste Kapitel wird sich detaillierter mit den Modalverben und modalen Ausdrücken im Ungarischen beschäftigen und zeigen, wie man modale Bedeutungen in der ungarischen Sprache vielfältig ausdrücken kann. Dabei werden wir auch sehen, wie sich die Konzepte der Reflexivität, Medialität und Modalität manchmal überschneiden und ergänzen können.